Evelyn Jadin: „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum braucht mehr als warme Worte“
Evelyn Jadin: „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum braucht mehr als warme Worte“
Die Vorsitzende der PFF-Fraktion im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Evelyn Jadin, hat sich mit einer schriftlichen Frage an Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg gewandt. Anlass war der landesweite Ärztestreik vom 7. Juli 2025 – der erste seit 25 Jahren – und die geplante Reform des föderalen Gesundheitsministers Frank Vandenbroucke (Vooruit).
„Die geplante Reform greift massiv in die Selbstständigkeit der Ärztinnen und Ärzte ein und verschärft die ohnehin angespannte Lage im Gesundheitswesen. Besonders in ländlichen Räumen wie Ostbelgien brauchen wir dringend Lösungen, damit die Menschen auch künftig schnell einen Arzt in ihrer Nähe finden können“, erklärt Jadin.
In ihrer Antwort machte Ministerin Klinkenberg deutlich, dass die Finanzierung der ärztlichen Dienstleistungen ausschließlich föderale Zuständigkeit ist. Die Deutschsprachige Gemeinschaft werde weder in die Überlegungen des Föderalstaats einbezogen noch habe sie ein Mitspracherecht. Eine Abstimmung mit den hiesigen Gesundheitsakteuren finde daher nicht statt.
Die Ministerin verwies auf bestehende Maßnahmen der DG wie die Förderung der Hausärztekreise, Niederlassungsprämien für junge Mediziner oder Zuschüsse für Praxisassistenz. Diese Instrumente tragen zwar zur Unterstützung der hausärztlichen Versorgung bei, greifen jedoch zu kurz, um die Attraktivität des Standortes Ostbelgien für junge Ärztinnen und Ärzte langfristig sicherzustellen. Erforderlich ist vielmehr eine stärkere politische Vertretung in den föderalen Verhandlungen sowie ein kontinuierlicher Austausch mit den lokalen Gesundheitsakteuren, um die spezifischen Bedürfnisse Ostbelgiens wirksam einzubringen.
Die PFF-Fraktionsvorsitzende betont, dass es jetzt vor allem darauf ankommt, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Durch diese politischen Entscheidungen können die Ostbelgierinnen und Ostbelgier auch in Zukunft auf eine starke Gesundheitsvorsorge vor Ort zurückgreifen.
Pressekontakt
Jessica Tsapanos
PFF-Fraktion im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft
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