Christine Mauel: „Die Vesdrienne kann ein europäisches
Vorzeigeprojekt werden – wenn wir die Chancen vor Ort ernst
nehmen“
Christine Mauel: „Die Vesdrienne kann ein europäisches
Vorzeigeprojekt werden – wenn wir die Chancen vor Ort ernst
nehmen“
Die ostbelgische Regionalabgeordnete Christine Mauel (MR) nahm am Freitag an einer Besichtigung in Verviers teil – auf einem Gelände, das direkt an der geplanten Trasse der sogenannten Vesdrienne liegt. Dabei handelt es sich um eine grenzüberschreitende Radschnellverbindung, die künftig Lüttich, Verviers, Eupen und Aachen miteinander verbinden soll.
„Die Vesdrienne ist mehr als ein Fahrradweg. Sie ist Teil eines europäischen Mobilitätskorridors, der Menschen, Arbeitsmärkte und Regionen verbindet. Für unsere Grenzregion ist das eine große Chance – für die Mobilität, die Umwelt und auch für die wirtschaftliche Entwicklung.“ Mauel betont, wie wichtig es ist, dass solche Projekte nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern konkret vor Ort gut eingebettet sind – insbesondere in sensiblen Gebieten, die nach den Überschwemmungen von 2021 immer noch in der Wiederaufbauphase stecken: „Ich beschäftige mich intensiv mit Raumordnungsfragen in diesen Zonen. Infrastrukturprojekte wie die Vesdrienne müssen zur Realität der Menschen passen. Wo sind Unternehmen betroffen? Wo brauchen wir Zugangssicherheit und Schutz oder Rücksicht auf bestehende Nutzungen?“
Die erste Idee einer Fahrradstrecke von Verviers Richtung Aachen datiert von 2014
Das Projekt der Vesdrienne datiert zurück ins Jahr 2014, als das Studienbüro Greisch ein erstes Projekt einer Fahrradtrasse mit Anbindung nach Aachen vorstellte. Damals waren allerdings keine europäischen Gelder eingeplant. 2020 nahm der damalige Mobilitätsminister Philippe Henry das Projekt in seine Planungen auf und sah dafür 45 Millionen Euro vor: Das Projekt wurde in mehrere Planungsabschnitte gegliedert. Die Flutkatastrophe machte einen Strich durch die Planungen. Das Projekt wurde unter Einbindung der Verwaltung der Wallonie (SPW) neu und nachhaltig ausgerichtet. Ein erster Streckenabschnitt zwischen Verviers und Limbourg wurde erarbeitet. Dieser durchlief die Genehmigungsphase im Jahr 2024.
Der finanzielle Rahmen wurde auf 30 Millionen Euro geschätzt und umfasst neben einer eigentlichen Fahrradstrecke von 4,5 Kilometern zwei Brücken sowie den Wiederaufbau einer durch die Flutkatastrophe im Sommer 2021 zerstörte Fußgängerbrücke sowie die Begrünung und eine Promenade entlang der Weser.
30 Millionen für eine erste Bauphase – Potenzial auch im Eupener Land
Christine Mauel sieht aber auch in der DG Potenzial – und Handlungsbedarf: „Eupen ist ein zentraler Knotenpunkt zwischen Deutschsprachiger Gemeinschaft, Wallonie und Nordrhein-Westfalen. Hier können grenzüberschreitende Projekte wie die Vesdrienne echte Wirkung, u.a. auf den Autoverkehr entfalten – aber nur, wenn sie mit den lokalen Gegebenheiten abgestimmt sind.“
Einige Unternehmen entlang der geplanten Trasse hätten berechtigte Fragen zu möglichen Auswirkungen, so Mauel. Deshalb sei eine transparente Kommunikation und frühzeitige Einbindung der lokalen Akteure entscheidend: „Als liberale Politikerin setze ich auf Dialog, Planungssicherheit und Vertrauen. Wer investiert, braucht Verlässlichkeit – das gilt für die Bürger ebenso wie für Betriebe.“
Christine Mauel sieht Modellcharakter der Vesdrienne für ein integriertes EU-Verkehrskonzept
Zum Schluss verweist Christine Mauel auf die europäische Dimension des Projekts: „Die Vesdrienne kann ein Modell für moderne, integrierte und nachhaltige Mobilität in Europa sein – vorausgesetzt, wir denken sie nicht von oben herab, sondern im gleichen Maße von unten her: vom lokalen Bedarf, von den Menschen und Unternehmen vor Ort aus.“
Die konkreten Arbeiten sollen Anfang 2026 beginnen. Vorgesehen sind für den ersten Bauabschnitt zwei bis drei Jahre Bauzeit.
Christine Mauel – Abgeordnete im wallonischen Parlament
Parlement de Wallonie, Rue Notre-Dame 3, 5000 Namur