Einer Studie nach, verlieren Autofahrer die meiste Zeit in Staus auf belgischen Straßen. Dies wurde durch eine Untersuchung einer Vielzahl an Navigationssystemen festgestellt. Durchschnittlich 71 Stunden verlor ein belgischer Fahrer an Zeit in Staus im letzten Jahr. Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa und Nordamerika, ist Belgien damit der Spitzenreiter. Brüssel, Antwerpen, Lüttich, Charleroi und Gent belegen die vorderen Plätze in Belgien, deren Stauaufkommen besonders hoch ist.
Dies nahm die föderale Abgeordnete Kattrin JADIN zum Anlass, den zuständigen Staatssekretär für Mobilität in der gestrigen Plenarsitzung zu befragen. Sie wollte wissen, ob er sich dieser gravierenden Situation bewusst sei und wie er gedenke die Mobilität in Belgien wieder „mobiler“ zu gestalten. Dass Belgien Spitzenreiter in Sachen Stau sei, müsse zum Anlass genommen werden, einen Mobilitätsplan anzupassen oder ins Leben zu rufen.
„Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um ständige Staus zu vermeiden bzw. mobiler in Belgien zu werden. Also auch einen täglichen Verkehr zu schaffen, der fließend geschieht. Denn in anderen europäischen Ländern scheint dies ebenfalls möglich zu sein. Ich wünsche mir deshalb einen globalen Plan, der dies beinhaltet“, so JADIN.
Der Staatssekretär zeigte sich einsichtig. Auch wenn diese Materie eher auf regionaler Ebene angesiedelt sei, könne man auch auf föderaler Ebene Initiativen ergreifen. Dies habe man bereits auch in Zusammenarbeit mit den regionalen Mobilitätsministern gemacht. WATHELET nannte Maßnahmen wie Diabolo (Einfahrt Brüssel) oder das RER-Projekt, das eine Verbesserung der Zugmobilität zum Ziel hat. Noch in dieser Woche hätten Gespräche für die Region Brüssel stattgefunden, um die enormen Mobilitätsprobleme in der Hauptstadt zu besprechen. Letztendlich müsse man sich bewusst sein, dass die eine perfekte Lösung der Stauaufkommen nicht existiere und umso wichtiger sei deshalb eine intensive Zusammenarbeit von Regionen und auch Gemeinden, so der Staatssekretär für Mobilität.