15.07.2010 - Berni COLLAS nicht als kooptierter Senator ausgewählt

Berni COLLAS nicht als kooptierter Senator ausgewählt (GE-Artikel 15/07/2010)

Berni Collas (PFF) war einer von acht Kandidaten und schien gute Chancen zu haben, doch die MR hat letztlich entschieden, dass Alain Courtois kooptierter Senator werden soll. Wie berichtet, konnte bei den frankophonen Liberalen zunächst keine Einigkeit über die Besetzung dieses Postens erzielt werden, so dass eine interne Prüfung unternommen wurde, bei der die einzelnen Kandidaten vorsprechen konnten.

Jacques Brotchi

»Ich kann ihnen versichern, dass Berni Collas einen exzellenten Eindruck hinterlassen hat, doch am Ende haben wir uns im Konsens auf Alain Courtois geeinigt. Wir wollten unbedingt einen Schlagabtausch um die Postenbesetzung vermeiden. Die Entscheidung ist uns sicher nicht leicht gefallen, weil wir über Kandidaten zu entscheiden hatten, die auch zu unseren Freunden und Kollegen gehören«, meinte der MR-Gemeinschaftssenator Jacques Brotchi, der der Auswahljury angehörte, am Mittwoch gegenüber dem Grenz-Echo. Man habe sich nicht als klassische Jury betrachtet, sondern eine offene Diskussion geführt und sich die Argumente und Zielsetzungen der Kandidaten angehört. »Schließlich haben gewisse Kriterien den Ausschlag gegeben. Welche das waren, möchte ich aber nicht der Öffentlichkeit preisgeben«, warb der bekannte Mediziner um Verständnis. Damit werden dem Senat in Brüssel in Zukunft zwei Politiker aus der DG angehören: Die direkt gewählte Claudia Niessen (Ecolo) aus Kettenis und PDG-Senator Louis Siquet (SP) aus Montenau.

Der 56-jährige Berni Collas war Gemeinschaftssenator, bevor die PFF bei den Wahlen 2009 abgestraft wurde und er seine politische Karriere eigentlich beenden wollte. Deshalb hatte er auch sein kommunales Mandat in Büllingen niedergelegt. Doch nachdem er sein Amt als Senator abgegeben und begonnen hatte, als selbstständiger Berater zu arbeiten, ist er bis heute dem PDG erhalten geblieben. Nach dem Willen von Collas sollen nämlich seine Mitarbeiter Alexander Miesen und Jenny Möres mittelfristig ins Parlament nachrücken, »jedoch sieht die PFF das bisher anders. Mein Appell um Weitsicht ist leider ungehört verklungen«, so Collas. Also bleibt er bis auf Weiteres Parlamentarier. Die Gelegenheit, als Senator kooptiert zu werden, habe sich ziemlich überraschend ergeben, weil er sich - wie oben erwähnt - bereits aus der Politik verabschiedet hatte. Deshalb machte er am Mittwoch auch einen enttäuschten Eindruck. »Der Senat ist so etwas wie mein natürliches Biotop geworden. Ich hatte mir gute Chancen ausgerechnet.« Letztlich hat er aber gegen Courtois verloren, wohl auch, weil dieser von seiner Reputation als ehemaliger Generalsekretär des belgischen Fußballverbandes und Zugpferd der belgischen WM-Bewerbung für 2018 (gemeinsam mit den Niederlanden) profitiert hat.


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